Geschichte der Schreberjugend

Unsere Geschichte

Viele Menschen nehmen an, dass ein “Herr Schreber” die Kleingärten “erfunden” hat und die Mitglieder der Schreberjugend somit auch junge Kleingärtner sind. Die Geschichte der Schreberjugend ist jedoch eine andere:

Im Jahr 1864 wurde von Eltern und dem Lehrer Dr. Hausschild in Leipzig ein “Erziehungsverein” gegründet. Ziel dieser “Elterninitiative” war die Einrichtung eines großen Spielplatzes. In der Satzung stand, dass man “neben der Behandlung erzieherischer und schulischer Fragen für die Jugend große, freie Spielplätze schaffen und auf ihnen gemeinsame, planmäßige und überwachte (betreute) Spiele einrichten und unterhalten” will.

Dieser Verein wurde in Gedanken an den drei Jahre zuvor verstorbenen Internisten und Orthopäden Dr. Daniel Schreber benannt. Dieser plädierte zu seinen Lebzeiten für gesunde Lebensführung, Körperertüchtigung und Schaffung von Spielplätzen für Kinder.

An dieser Stelle darf nicht vergessen werden, dass zu diesem Zeitpunkt die zunehmende Industrialisierung auch vor Kinderarbeit keinen halt machte. Der harten körperlichen Arbeit und der mangelhaften Versorgung mit ausreichenden und gesunden Lebensmitteln sollte so entgegen getreten werden. Deshalb ließ man später am Rande dieses Spielplatzes “Kinderbeete” anlegen. Neben der Versorgung mit gesundem Gemüse sollten die Beete im Rahmen naturverbundener Erziehung von den Kindern gepflegt werden. Doch bald lag das so bestellte Land brach, die Kinder hatten die Lust an den Gartenarbeiten verloren. Dafür übernahmen ihre Eltern die Beete, bewirtschafteten sie, zäunten sie bald ein und errichteten kleineHolzbauten für Gartengeräte und Unterkunft. Immer mehr dieser “Schrebergärtner” schlossen sich zu “Schrebergartenvereinen” zusammen.

Als die Bewegung nach dem ersten Weltkrieg im ganzen Deutschen Reich verbreitet war, wurde auch die ursprüngliche Schreberjugendarbeit noch stärker beachtet. Jugendleiter betreuten nun in den Kleingartenanlagen Kinder und Jugendliche. Sie organisiertenTurnveranstaltungen, Schularbeitszirkel sowie Rad- und Wanderfahrten. Für Großstadtkinder wurden Erholungslager – sogenannte Milchkolonien – veranstaltet und für arbeitslose Jugendliche spezielle Angebote durchgeführt. Dabei setzte sich die Schreberjugend auch kritisch mit jugendpolitischen Themen auseinander. Als Arbeiter jugendverband wurde die Schreberjugend 1934 durch die Nationalsozialisten verboten.

Bereits in der Phase des Wideraufbaus gründeten sich vereinzelte Schreberjugendgruppen, so dass 1951 in Hannover die Deutsche Schreberjugend als eigenständiger und unabhängiger Jugendverband bundesweit gegründet werden konnte. Auch in den hannoverschen Kleingärtnervereinen bildeten sich unmittelbar nach dem zweiten Weltkrieg zahlreiche Kinder und Jugendgruppen aus denen die Schreberjugend Hannover e.V. als eigenständiger Jugendverband hervorging.